| Es ist eines der jährlichen,
großen Events des Jungen Sinfonieorchesters: Das Open-Air-Konzert
im Georgengarten, kurz: "CHOPIN" (aufgrund des eigentlichen Veranstalters,
der Chopingesellschaft). Obwohl dieses Konzert mitten in der langen Sommerprobenpause
des Orchesters stattfindet, so daß man denken könnte, es gäbe
wegen Urlaubsreisender Probleme in den Besetzungen, konnten wir in den
letzten Jahren überaus viele Mitwirkende verzeichnen.
Dies liegt an folgenden Dingen: Das "CHOPIN-Konzert" fällt traditionell auf das letzte Wochenende im August, welches, durch empirische Studien und die eigene Erfahrung belegt, das sonnigste Wochenende im Jahr ist! Das bezieht sich zumindest auf die Konzertstunden, das heißt, auch wenn es Wochen vorher aus Kübeln gießt, reißt am Konzertsonntag etwa gegen 14.30 Uhr die dicke Wolkendecke auf (haben wir wirklich schon mehrmals ungläubig mitverfolgt). Die sonnige Atmosphäre, gepaart mit den Zauberklängen des Orchesters, die in ganz Hannover über eine brillante Anlage verstärkt werden, zieht mittlerweise Tausende von Zuhörern an (in den letzten Jahren jeweils ca. 5000), die ihre Picknickdecken oder gar Tischchen mit Deckchen, Weingläschen, belegten Brötchen, Kerzchen und noch so allerlei Tage vorher aufbauen, um die besten Plätze zu ergattern. Schon dadurch wird das Konzert zu einem unvergesslichen Erlebnis. Aber wenn es nur das wäre! Nicht wenige Mitspieler planen ihren Sommerurlaub schon Anfang des Jahres so, daß sie die letzten beiden Wochenenden im August trotz Fernweh im schönen Hannover verleben können. Und es wird das ganze Jahr über auf diese Proben hingelebt und nach dem Konzert mühsam weitervegetiert! Es muß also mehr dahinterstecken als �nur� ein schönes Konzert, und in diesem �Dahinter� zeigt sich das wahre Wesen des Orchesters: Die Liebe zur Musik (natürlich an erster Stelle), die Freude am Proben und gemeinsamen Musizieren (meist ist das Programm dieses Konzerts besonders reizvoll) und die unermessliche Energie zum "Nett Beisammensein" (das heißt, ordentlich was trinken nach der "Arbeit", reden, lachen - meist laut - und den ganzen Abend feiern!!!). Das meiste dieser Dinge wird bei uns einfach unter dem Stichwort "MIMO" zusammengehalten (Mimo war einst unser Lieblingskellner unseres Stammitalieners, und obwohl er nicht mehr oder nur noch sehr selten dort zu sehen ist, bleibt sein Name für den Italiener bestehen...), und wenn dieses Stichwort fällt - und das tut es in der Chopin-Arbeitsphase jeden Tag - wissen alle Bescheid. Das wahre Wesen des JSO zeigt sich natürlich in Ansätzen auch bei jeder wöchentlichen Probe und auch anderen Konzerten, aber man kann schon sagen, daß es bei und nach "CHOPIN" geballt zum Ausdruck kommt. Da auch viele Ehemalige diesem - ich nenne es mal Lebensgefühl - nachtrauern, kommen viele im August nach Hannover, um bei "CHOPIN" dabeizusein und um Erinnerungen aufzufrischen. Und auch diese Tatsache macht dieses Konzert zu etwas Besonderem. An dieser Stelle sei angemerkt, daß es in den Sternen steht, wie oft dieses Konzert noch stattfinden kann und wird, und daß jeder, dem das JSO am Herzen liegt, Augen und Ohren über den Verlauf der Dinge offenhalten und uns unterstützen sollte! Wir sind jedenfalls alle froh, daß "CHOPIN" in diesem Jahr noch vor uns liegt und laden alle herzlichst ein, sich wie wir diesen Termin frühzeitig vorzumerken! Birte Ruschepaul
Werkliste der Open-Air--Konzerte (noch unvollständig; enthalten in der Gesamtliste): Beethoven: Klavierkonzert Nr. 5 |