Die Gründung des JSO
 
 
"Im vollbesetzten Saal des Theaters am Aegi fand eine musikalische Premiere ganz eigener Art statt. Das Hannoversche Jugend-Sinfonieorchester, das seit einem Jahr besteht und das unter der Leitung der Geigerin Barbara Boehr und des Dirigenten Heinz Hennig in aller Stille, aber offensichtlich mit dem Idealismus und Enthusiasmus einer musikbesessenen Jugendlichkeit probt und arbeitet, stellte sich der Öffentlichkeit vor. Das Interesse an diesem Debüt war außerordentlich. Es gab wohl keinen Zuhörer, der mit seiner Freude, ja mit seiner Bewunderung zurückhielt. Die Begeisterung war berechtigt, überstieg doch das Leistungsvermögen, das von dem jungen Klangkörper in harter Probenarbeit erreicht wurde, die kühnsten Erwartungen. Dem Kulturamt der Landeshauptstadt, das von Anfang an die Bestrebungen dieses Jugendorchesters nicht nur förderte, sondern überhaupt erst ermöglichte, gebührt der Dank der musikalischen Menschen Hannovers."
Erich Limmert, Hannoversche 
Allgemeine Zeitung, im April 1962.


Idealismus, Enthusiasmus und die Musikbesessenheit der Mitglieder, von Erich Limmert in seinem Bericht in der HAZ über das erste Konzert des JSO beschrieben, sind bis heute Grundlage des JSO und haben dazu geführt, daß das Orchester in diesem Jahr sein 40jähriges Bestehen feiern kann. Seine Gründung im Februar 1961 geht auf eine Initiative des Stadtrates Lauenroth zurück, der das damals schon bestehende "Jugendorchester Hannover" unter der Leitung von Frau Prof. Koerppen-Boehr zu einem Sinfonieorchester erweiterte. Unter ihrer und Herrn Prof. Hennigs Aufsicht fanden die ersten Aufnahmeprüfungen im Februar 1961 statt. Es lagen zahlreiche Anmeldungen vor, und man konnte gleich mit der Probenarbeit beginnen, zunächst im Künstlerhaus, dann in der Volksschule Meterstraße. Anfangs bestand das Orchester aus 35 Schülern, acht Studenten und 13 Berufstätigen. Damals sollten Musikstudenten möglichst ausgeschlossen bleiben, damit ein Laienorchester für Hannovers Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren zur Verfügung stand, die sonst keine Gelegenheit zum Orchesterspiel hatten. Nach einjähriger Vorbereitungszeit stellte sich das JSO am 9.4.1962 zum ersten Mal im eingangs beschriebenen Konzert der Öffentlichkeit vor.


Das JSO unter Heinz Hennig, ca. 1970

Damit wurde die Idee verwirklicht, neben dem Knaben- und Mädchenchor auch jungen Instrumentalisten aus Hannover und Umgebung die Möglichkeit zum qualifizierten Zusammenspiel zu geben. Aufbauend auf der Arbeit privater Instrumentallehrer und schulischer Musikausbildung gab es mit Gründung des JSO erstmals in Hannover für Jugendliche die Möglichkeit, größere sinfonische Werke zu spielen. Daß ein Bedürfnis hierfür bestand und besteht, zeigt das Einzugsgebiet des Orchesters: aus Celle, Hameln, Wunstorf, Springe, Alfeld und vielen anderen Städten im großen Umkreis von Hannover kommen die Mitglieder zu den wöchentlichen Proben.


Das JSO 1981

Mit dem (ebenfalls von Prof. Hennig geründeten) Knaben- und Mächenchor Hannover verbindet das JSO seit vielen Jahren eine gemeinsame Aufführungstradition und die Doppelmitgliedschaft einiger Instrumentalisten. So führten JSO und Mädchenchor 1987 zusammen mit dem Chor der Medizinischen Hochschule das War-Requiem von Benjamin Britten auf und gaben im Februar 1991 ein gemeinsames Konzert mit dem Knabenchor zugunsten des Kinderhilfswerkes im Kuppelsaal der Stadthalle.
 

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