Geschichte des JSO
 
 
Das Junge Sinfonieorchester Hannover wurde 1961 unter dem Namen "Jugendsinfonieochester" von den Professoren Barbara Koerppen und Heinz Hennig gegründet, um für die Stadt neben dem Knabenchor, dem Mächdchenchor und Ludwig Dietz' Bläserkreis ein weiteres jugendliches Ensemble ins Leben zu rufen. Zu den beiden Leitern kam von 1970 bis 1972 noch Herr Prof. Wolf, der besonders die Bläser betreute. Nach über zehn Jahren ging das mit viel Sachverstand und pädagogischem Geschick geleitete Jugendorchester 1974 in die Hände von Elfriede und Hanns Stahmer (beides ehemalige Orchestermitglieder) sowie von Prof. Anton Plate über, die in den folgenden Jahren außerordentlich gut mit dem Orchester gearbeitet und erfolgreiche Auslandsreisen unternommen haben. Anton Plate dirigierte das JSO insgesamt 23 Jahre und hat in dieser Zeit Atmosphäre und Niveau des Orchesters entscheidend geprägt.


Das JSO unter Anton Plate

Nach dem Ausscheiden des Ehepaares Stahmer 1983 kam Hans Peter Pairott (ebenfalls ehemaliges Mitglied) für zwei Jahre in die musikalische Leitung, bis 1985 Prof. Martin Brauß seine Stelle übernahm. Anfang der 90er Jahre erhielten die beiden Dirigenten Unterstützung von Paul Weigold. 1997 übernahm Tobias Rokahr, damals Student und inzwischen Dozent an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, zunehmend Aufgaben in der Probenarbeit und dem Dirigat von Konzerten.

Im Jahr 1998 verließen die beiden langjährigen Dirigenten Anton Plate und Martin Brauß aus beruflichen Gründen das JSO. Es brachen zwei turbulente Jahre der Neuorientierung, Selbstorganisation und bisher ungekannten Selbständigkeit für das Orchester an. Erstmals in der Geschichte des Orchesters wurde die Nachfolge der Dirigenten im Rahmen eines Probedirigats entschieden - eine für beide Seiten neue und ungewohnte Situation. In dieser schwierigen Zeit der Neufindung brachte Prof. Hilgers seine Erfahrung in die weiterhin erfolgreiche Arbeit des JSO ein. 

In dieser Zeit lernte das Orchester, sich auch unabhängig von den Dirigenten selbst zu strukturieren und zu organisieren und übernahm erstmals in seiner Geschichte sämtliche Aufgaben der Organisation und der Selbstverwaltung. Nach dem Ausscheiden Prof. Hilgers übernahmen im Jahr 1999 Tobias Rokahr und Cornelius Meister (siehe Dirigenten) endgültig das JSO und schufen im Zusammenhang mit der inzwischen stabilen Selbstorganisation des Orchesters gemeinsam eine neue  Grundlage der produktiven Zusammenarbeit zwischen Orchester und Dirigenten. So erlangte das Orchester nach langjähriger Leitung durch pädagogisch erfahrene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ein neues Selbstverständnis, ohne hinsichtlich Intensität und Intention der musikalischen Arbeit den festen Boden der eigenen Tradition zu verlassen.
      


Eröffnung der Hannover-Messe 1974, Hanns Stahmer
        
Bei der Gründung im Jahre 1961 sollte in Hannover ein Laienorchester für junge Menschen von 15-25 Jahren geschaffen werden, in dem sie sich gemeinsam sinfonische Werke erarbeiten und trotz aller Unterordnung in eine Gemeinschaft dabei üben könnten, sich musikalisch und menschlich zu entfalten. Auch bis zum heutigen Tag, da es in Hannover für musikbegeisterte Jugendliche mehr Gelegenheiten zum sinfonischen Musizieren gibt als in den Anfangsjahren des JSO, will das JSO die Arbeit der bestehenden Schulorchester und anderer jugendlicher Musikgruppen nicht beeinträchtigen, sondern vielmehr unterstützen. Die führenden Kräfte der Schulorchester, aber auch der Musikhochschule können im JSO zusätzliche Erfahrungen und Anregungen im Zusammenspiel sammeln, die sie weitergeben.

Das JSO war seit jeher nur deswegen zu vielen erfolgreichen Konzerten fähig, weil es aufbauen konnte auf den gründlichen Vorbereitungen und Erfahrungen, die die Spieler im Schulorchester, in der Kammermusikgruppe und bei Instrumentallehrern und Professoren gesammelt hatten. Daß dieses Orchester nunmehr 40 Jahre besteht, ist in erster Linie ein Verdienst der Dirigenten, die mit unvergleichlichem Engagement ihre Freizeit für das Orchester einsetzen.

          

Die Solisten in Berlin mit Schumanns
"Konzertstück für vier Hörner und Orchester"
       
In diesem Sinne gehört das Orchester fest in den kulturellen Rahmen der Stadt Hannover, der es sich nicht zuletzt der großzügigen finanziellen Unterstützung wegen verbunden fühlt. Neben den regelmäßigen Konzerten in Stadt und Land Hannover wird das JSO häufig von Firmen und Organisationen engagiert, wie z.B. von der hannoverschen Chopin-Gesellschaft für das traditionsreiche jährliche Open-Air-Konzert, oder im März 1999 für den Eröffnungsvortrag des internationalen Akustikerkongresses in der Berliner Philharmonie, als das hauseigene Orchester nicht zur Verfügung stand (siehe Reisen).

Im September 2000 war das JSO als Repräsentant der Stadt Hannover im Rahmen des "Jugendensemble-Treffens der EXPO 2000" am Kulturprogramm der Weltausstellung in Hannover beteiligt. Zusammen mit dem Jugendsinfonieorchester Ecuador wurden im KonzertHaus der EXPO mehrere Flaneur- und Abendkonzerte gegeben.
     
      
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