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Trauer, Trost und Blitze - Chorgemeinschaft in der Christuskirche

Brahms: "Ein Deutsches Requiem"

Die Christuskirche lieferte den repräsentativen Rahmen für das jüngste Konzert der Hannoverschen Chorgemeinschaft. Vor dem Altar bot der zeitgleich zu dem von Johannes Brahms komponierten Deutschen Requiem entworfene Raum genügend Platz für die große Schar der singenden Laien. Aus den insgesamt sieben Sätzen formte Ludwig Theis mit besonnener Zeichengebung ein bewegendes Ganzes. Schlichtheit war oberstes Gebot der oratorischen Gestaltung. Der große Chor trug seinen Part hingebungsvoll vor. Viele Chormitglieder sangen sogar fast auswendig und konnten so den ständigen Blickkontakt zu ihrem Dirigenten halten. Die leidige Tenorknappheit freilich zeigte sich auch hier.
Leider störte ein Blitzlichtgewitter die von der Sopranistin Henrike Mayer und dem schlanken Bariton Roman Tsotsalas beschworene Besinnung auf Trauer und Trost. Das Junge Sinfonieorchester Hannover musizierte ausgezeichnet und agierte weit über den Rahmen einer sorgsamen instrumentalen Partnerschaft klangschön und geschmeidig.

(Ludolf Baucke, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 10.11.2008)


Chopin mit Lachs und Bordeaux

19. Open-Air-Konzert August 2007: Bernstein "Candide"-Ouvertüre, Gershwin "Strike up the Band", Haydn Trompetenkonzert, Rachmaninoff Paganini-Rhapsodie

Etwa 3000 Gäste feierten gestern das traditionelle Fest der Chopin-Gesellschaft vor dem Wilhelm-Busch-Museum. Das Wetter meinte es gut mit den Klassik-Fans, die zudem von den Interpreten verwöhnt wurden.

Jedes Jahr dieselbe Frage: Wird es regnen oder nicht? In den vergangenen 18 Jahren blieb es zumeist trocken. Und auch in diesem Jahr, beim 19. Open-Air-Konzert der hannoverschen Chopin-Gesellschaft, zeigten sich die Wettergötter einigermaßen gnädig. Bedrohlich dunkelgraue Regenwolken schwebten zwar von Anfang an über der großen Wiese vor dem Wilhelm-Busch-Museum, kurz vor Schluß fielen gar ein paar Tropfen, aber das konnte die rund 3000 Klassik-Fans nicht am Bleiben hindern. Schließlich lässt sich nirgendwo sonst in der Landeshauptstadt hehre Kunst derart zwanglos mit leichter Lebensart verbinden.
Auch Sookie Schober, seit zwei Jahren Präsidentin der Chopin-Gesellschaft, wurde durch das Klassikpicknick auf den Geschmack gebracht: "Das war vor 16 Jahren. Ich war so begeistert, daß ich noch während des Konzerts der Chopin-Gesellschaft beitrat." Derartige Effekte erhofft sich Schober auch bei anderen Besuchern: "Es wäre schön, wenn unser Open-Air-Konzert vor allem bei jungen Menschen die Lust auf Klassik wecken und sie neugierig auf unsere regulären Konzerte machen würde."

Und das sollte angesichts der gebotenen Qualität ein Kinderspiel sein: Im ersten Teil ließ das Junge Sinfonieorchester Hannover (Leitung: Tobias Rokahr) in Bernsteins spritziger "Candide"-Ouvertüre und Gershwins "Strike up the Band" gehörig die Muskeln spielen, um mit Haydns berühmtem Trompetenkonzert (der souveräne Solist: Andreas Sichler) anschließend ernsthaftere Töne anzuschlagen. Nach der Pause folgte dann Sergej Rachmaninows blut- und glutvolle "Paganini-Rhapsodie" für Klavier und Orchester. Ein Hörgenuss auf auch international höchstem Niveau: Die feurig-farbintensiven Anschlagkünste der taiwanesischen Tastenzauberin Gwyneth Chen.

(Daniel Behrendt, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 3.9.2007)


Sprungbrett

Das Sommerkonzert des Jungen Sinfonieorchesters: Brahms 2. Sinfonie, Gershwin "Strike up the Band", Kodály Intermezzo, Tschaikowski "Romeo und Julia"-Ouvertüre

In einem Punkt haben die Mitglieder des Jungen Sinfonieorchesters Hannover (JSO) manchen Berufsmusikern einiges voraus: Jeder der rund 80 talentierten Amateure musiziert mit sichtba-rem Enthusiasmus. Und damit nicht nur die Musiker, sondern auch die Zuhörer ihre Freude haben, sorgen hochqualifizierte Dozenten, zumeist Lehrende der hannoverschen Musikhoch-schule oder Mitglieder der NDR Radiophilharmonie, in intensiven Probenphasen für den klanglichen Feinschliff des JSO.
So mancher junge Dirigent machte mit dem 1961 von Barbara Koerppen und Heinz Hennig gegründeten Klangkörper erste Schritte in eine glänzende Karriere – leuchtendstes Beispiel: der Heidelberger Generalmusikdirektor Cornelius Meister. Auch Tobias Rokahr, der seit zehn Jahren zum Dirigentenstamm des JSO gehört, konnte inzwischen in größeren Zusammenhängen auf sich aufmerksam machen.
Rokahr führte das JSO beim diesjährigen Sommerkonzert im hannoverschen Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium souverän durch eine sehr energische und bemerkenswert gebündelte Interpretation der zweiten Sinfonie von Johannes Brahms. Vor allem der mit mitreißender Verve in Szene gesetzte Schlusssatz zeigte eindrucksvoll, dass das JSO keinen „Laienbonus“ braucht, sondern sich durchaus an einer höheren Leistungsklasse messen lassen kann.
Bereits vor der Pause hatte sich Martin Lill, Rokahrs neuer Kollege, den begeisterten Zuhörern vorgestellt: Mit einer kontrastreich ausmusizierten „Romeo und Julia“-Ouvertüre Tschai-kowskis, Kodálys feurigem Intermezzo aus der „Háry-János-Suite“ und dem energisch angepackten Vorspiel zu Gershwins Musical „Strike up the Band“ – ein rundum gelungener Abend.

(Daniel Behrendt, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 19.6.2007)


Kraft und Klarheit

Brahms: Deutsches Requiem mit dem Jungen Vokalensemble Hannover in der Markuskirche

In den dunklen, satten Farben des Herbstes erscheint es dem Zuhörer: Das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms. Der Chorleiter Klaus-Jürgen Etzold bietet in der hannoverschen Markuskirche gleich 180 Mitwirkende auf, um die Totenmesse macht- und prachtvoll zum Klingen zu bringen. Das von ihm vor 25 Jahren gegründete Junge Vokalensemble Hannover hat zahlreiche Gastsänger hinzugezogen und das Junge Sinfonieorchester prunkt unter anderem mit drei Harfen, zehn Celli und sechs Kontrabässen. Mit derartig viel Personal lassen sich die gewaltigen Steigerungen, beispielsweise im zweiten Satz („Denn alles Fleisch ...“), ganz unangestrengt und höchst effektvoll in Szene setzen. Was die engagierten Choristen dort unter Paukendonner und Posaunengedröhn an Elementarkräften entfesseln, treibt einem wirklich heißkalte Wonneschauer über den Rücken. Aber selbst die energischsten Ausbrüche arten nicht in dumpf vernebelten Klangbombast aus. Dazu bündelt Klaus-Jürgen Etzold, der emphatisch und effektiv dirigiert, die Kräfte seiner Musiker viel zu umsichtig: Auf dynamischen Facettenreichtum und chorische Transparenz wird in dieser unmittelbar ergreifenden Darbietung ebenso viel Wert gelegt wie auf eine klare und sinnfällige Textartikulation. Von diesen Sangestugenden profitiert auch Gustav Mahlers sphärisches Rückert-Lied „Ich bin der Welt abhanden gekommen“, das den Abend stimmig komplettiert. Für gebührenden Solistenglanz sorgen Raphaela Mayhaus mit klarer, intonationsreiner Sopranstimme und der mit einem kernig-voluminösen Bariton gesegnete Shavleg Armasi. Ergriffenes Schweigen, dann minutenlanger, begeisterter Applaus. 

(Daniel Behrendt, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 11.3.2007)


Große Klänge mit jungen Sinfonikern

Frühjahrskonzert 2006: Bruckner 4. Sinfonie, Beethoven "Coriolan"-Ouvertüre, Chopin 2. Klavierkonzert

„Mit einer forschen, effektvollen und präzise gespielten Coriolan-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven hat Dirigent Kerry Jago das Konzert des JSO Hannover am Sonnabendabend eröffnet. Der große Orchesterklang wurde in dem Klavierkonzert Nr. 2 f-moll von Frédéric Chopin weitergeführt und steigerte sich noch: Sensibel und diszipliniert zugleich gestaltete sich das Zusammenspiel der brillanten Solistin Seiko Tsukamoto mit dem Orchester.

Unter der Leitung von Tobias Rokahr erklang die Symphonie Nr. 4 Es-Dur von Anton Bruckner. Zonen größter Ruhe kontrastierten mit straff genommenen Steigerungen. Zum Abschluß eines begeisternden Konzerts erhob sich das Finale zu majestätischer Größe. Der Applaus wollte nicht enden.“

(Leine-Zeitung, 20.2.2006)


"Klangvoller Hörthriller voller Dramatik - Junges Sinfonieorchester Hannover und Hochschulchor der Universität Hannover begeisterten mit "Elias"

"Das Junge Sinfonieorchester Hannover und der Hochschulchor der Universität Hannover führen mit Auszügen aus dem "Elias"-Oratorium von Felix Mendelssohn-Bartholdy die alttestamentarische Geschichte des Propheten als spannungsgeladenen Hörthriller auf.  Die Musiker und Sänger verstanden die verschiedenen Episoden eindrucksvoll in Szene zu setzen. Carsten Krüger schlüpfte als Rezitator und Bass in die Rolle des Elias: ein Mensch zwischen Tatendrang und Resignation, Hoffnung und Enttäuschung, Selbstzweifeln und von Engeln beflügelter Siegesgewissheit. Das Publikum erlebte am Sonntag auf Einladung der Kreissparkasse und des Tagungshauses Bredbeck ein Mammutprojekt in doppeltem Sinn: Für das Monumentalwerk "Elias" hatte sich das aus früheren Gastspielen bekannte Orchester mit dem Chor zu einer ebenso monumentalen Besetzung zusammen getan.

Musiker und Sänger ergänzten sich perfekt. Fanden sich im sanften Zusammenklang bei der Bitte um Barmherzigkeit. Mit kraftvollen Stößen begleiteten Posaunen, Tuba und Hörner die Anrufung Baals durch die Sänger. "Oh Herr, es ist genug", warf Elias von Selbstzweifeln geplagt und entmutigt die Sachen hin. Und das Cello (Solist: Christoph Harer) stimmte wehmütig mit ein. Auf Elias' Zeichen hin - "Sende sie herab" - entlud sich das Tongewitter der Streicher: Wie Blitze sausten Klangkaskaden mit einem Heulen in die Tiefe, prasselte der Regen. Minutenlanger Beifall belohnte Sänger und Musiker nach ihrer grandiosen Vorstellung. Die Lust machte auf den ganzen "Elias"."

(Weser-Kurier, 8. Mai 2005)


"Neujahrskonzert zeugte von Virtuosität"

Neujahrskonzert Januar 2005: Brahms Violinkonzert, Tschaikowski Klavierkonzert Nr.1
 
"Die zartgliedrigen Finger des 25-jährigen Violinisten tanzten über die Saiten, während Simeon Broom dem 250 Jahre alten Instrument die unterschiedlichsten Klangfarben entlockte. Streicher und Bläser gaben ihren Stimmen Charakter, niemand drängte sich in den Vordergrund. Solopartien von Flöte und Oboe setzten die I-Tüpfelchen. Kerry Jago, ebenfalls Neuseeländer und 25 Jahre jung, führte seine Gruppe mit ausdrucksstarker Mimk gefühlvoll durch das Stück.
 
Mit entschiedenen Schritten ging die Koreanerin Mi-Jung Park zum Klavier - genauso entschieden griff sie in die Tasten und zeigte dem Publikum, wie viel Kraft und Energie Tschaikowsky in seine Noten gelegt hatte. Tobias Rokahr war mit seinen 32 Jahren die Erfahrung als Dirigent anzumerken. Die Leitung des vielseitigen Werkes schien ihm sichtlich Spaß zu machen."

(Weser-Kurier, 20. Januar 2005)


"Gute Sitten im Park"

Open-Air-Konzert August 2003: Sarasate "Carmen-Fantasie", Ravel "Bolero", Beethoven 5. Klavierkonzert

"Mehrere tausend Anhänger gehobener Gaumen- und Ohrenfreuden lauschten gestern trotz ungewisser Wetterlage dem traditionellen Hauptakteur des Konzertes, dem Jungen Sinfonieorchester Hannover. Spätestens mit Ravels Bolero kamen sie auf ihre Kosten: Der junge Dirigent Tobias Rokahr erwies sich als ein klug disponierender Orchesterleiter und wurde mit kräftigem Applaus belohnt.

Nach der Pause kam auch noch ein bisschen Regen, es kam aber auch der Pianist Eugene Mursky, der in Beethovens fünftem Klavierkonzert große Gesten und feine Lyrik zu verbinden wusste. Genau das richtige Klangpolster, um die sanfte Berührung von Proseccogläsern stimmungsvoll zu untermalen."

(Hannoversche Allgemeine Zeitung, 1. September 2003)

    

   
"Rauschender Beifall"

Sommerkonzert 2002

„Nach einer übergroßen Schlußsteigerung bricht die 5. Sinfonie von Jean Sibelius mit mächtigem Paukenschlag in einem schroffen Es-Dur-Akkord ab. Wie angewurzelt hält Rokahr diesen Schlag noch in seinen herabgesunkenen Händen, bevor er den rauschenden Beifall entgegennimmt. Soeben hatte er das Junge Sinfonieorchester Hannover mit immer intensiverer Ausstrahlung über eine halbe Stunde durch die in einem hochkomplexen Guß sich präsentierende 5. Sinfonie geführt. Mit genauem Gespür für Tempo, Dynamik, Spannung, Form und zunehmend sich "bild"enden Gesten entlockte Rokahr dem nach besten Kräften mitspielenden Orchester seine Idee von Sibelius' finnischer Atmosphäre zwischen endlos scheinender Ruhe und erhabener Natur."
   

(Lippische Landeszeitung vom 12. Juni 2002)

  

"Vital und jung"

Jubiläumskonzert 40 Jahre JSO: Martin Ballade für Posaune und Orchester, Dukas "Der Zauberlehrling", Strawinsky Sinfonie Nr. 1 in Es

"Wie begeht man ein 40-jähriges Orchesterjubiläum? Da sich die Mitglieder des Jugendsinfonieorchesters Hannover zum runden Geburtstag noch einen neuen Namen gaben, feierte man sich auch ein wenig selbst. Aus "JSO" wird "Junges Sinfonieorchester Hannover". Längst sind die Zeiten passé, in denen unter den Gründungsleitern Barbara Koerppen und Heinz Hennig viele Schüler und nur wenige Studenten das Orchester prägten.

Auf alle Fälle ist das Orchester vital und jung geblieben, man hätte ihm noch mehr Zuhörer gegönnt. Denn die musikalische Richtung mit dem jungen, bald 30-jährigen Dirigenten Tobias Rokahr und dem jugendlichen 21-jährigen Dirigenten Cornelius Meister stimmt. So boten Rokahr und das JSO dem allseits sattelfesten Posaunisten Daniel Haupt bei Frank Martins "Ballade für Posaune und Orchester" eine Partnerschaft mit viel Drive. Und ließen eine blitzblank polierte Version von Dukas' "Zauberlehrling" folgen.

Ganz locker und auswendig dirigierte dann Cornelius Meister Strawinskys 1. Sinfonie. Es war eine kleine Sensation, wie sich der junge Meister als Meister spätromantischer Klangwellen und melodischer Eruptionen zeigte. Ein Jubiläumshighlight. Zu Recht viel Jubel."

Hannoversche Allgemeine Zeitung, 11.06.2001
      


"Jugendorchesterpreis der Jeunesses Musicales entschieden"

Kinderkonzert Februar 2001: Dukas "Der Zauberlehrling", Repnikov Akkordeonkonzert, Humperdinck "Hänsel und Gretel"

"Die Sieger des Jugendorchesterpreises der Jeunesses Musicales Deutschland stehen fest: Der 1. Preis über 6.000 DM geht an das Münchner Jugendorchester. Den 2. Preis erhält das Jugendsinfonieorchester Hannover (3.000 DM), den 3. Preis teilen sich das Landesjugendspaßorchester Thüringen und die Jugendblaskapelle Friedberg (je 750 DM). Geehrt werden die Gewinner am Sonntag, den 19. August 2001, 19 Uhr im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Den Rahmen für diese Verleihung bildet das Konzert des Jeunesses Musicales Weltorchesters beim Festival „young.euro.classic"; die Präsentation des Abends übernimmt die Fernsehmoderatorin Nina Ruge.

Für den Jugendorchesterpreis sollten die jungen Orchestermitglieder selbst ein Benefizkonzert für die UNICEF organisieren. Es ging nicht in erster Linie um die Qualität des Konzertes – gewertet wurden vielmehr die aktive Beteiligung der Mitglieder an der Organisation,  Ideenreichtum,  Fantasie und Überzeugungskraft, mit der das Orchester für sein selbst gewähltes Benefizprojekt warb. Schirmherr des Jugendorchesterpreises ist der Star-Geiger und UNICEF-Botschafter Maxim Vengerov. „Diese jungen Musiker haben großen Eindruck auf mich gemacht", sagte Vengerov. „Dabei war ihr Talent ebenso erstaunlich wie ihr Einsatz für das Kinderhilfswerk UNICEF und andere Hilfswerke. Obwohl die meisten Künstler nie persönlich die Kinder kennen lernen werden, denen sie geholfen haben, können sie sicher sein, dass ihre Hilfe ans richtige Ziel gelangt."

Insgesamt 193 Jugendorchester hatten sich für den Jugendorchesterpreis der Jeunesses Musicales Deutschland interessiert. Rund 10.000 Jugendliche wurden damit von dem Preis erreicht. 43 Orchester bewarben sich, 22 Orchester wurden für die letzte Runde ausgewählt, bei der eine Jury aus Kennern der deutschen Jugendorchester-Szene ein Konzert jedes Orchesters besuchte.

Jugendsinfonieorchester Hannover, 2. Preis: Ein fester Bestandteil im Kulturleben von Hannover ist seit 1961 das JSO Hannover. Schüler, Studenten und junge Berufstätige erarbeiten gemeinsam in intensiver Probenarbeit anspruchsvolle Programme. Für den Jugendorchesterpreis der Jeunesses Musicales Deutschland wurde am 11. Februar 2001 erstmals ein Konzert für Kinder gespielt, der Titel lautete: "Alles Zauberei".

Sämtliche Planungen für das Konzert lagen in den Händen der Orchestermitglieder. An viele bisher unbekannte Dinge musste gedacht werden: Was spielt man in einem Kinderkonzert, braucht man einen Erzähler, wie bekommt man die Kinder ins Konzert, sitzen sie auf Stühlen oder besser auf Kissen? Die Schlange an der Kasse nahm kein Ende, und das Konzert wurde ein großer Erfolg. Kinder und Erwachsene applaudierten dem Zauberer "Maestro Dini" enthusiastisch. Dies war ein Benefizkonzert für Unicef, für Heimkinder in Rumänien."
 

Jury der Jeunesses Musicales, Juni 2001
 
 
 
 
"Junge Sinfoniker brillierten" 

Frühjahrskonzert 2001: Strawinsky Sinfonie Nr. 1 in Es, Humperdinck Vorspiel zu "Hänsel und Gretel", Dukas "Der Zauberlehrling" 

"Einen teils märchenhaft bezaubernden, teils erfrischend schwungvollen Musikabend bescherten die jugendlichen Musikerinnen und Musiker des JSO Hannover den Gästen des Neujahrskonzertes in Osterholz-Scharmbeck. Den ebenso jungen Dirigenten, Tobias Rokahr und Cornelius Meister, war es in der Probenfreizeit im nahen Tagungshaus Bredbeck hervorragend gelungen, aus 80 Individualisten eine Orchestereinheit zu bilden. 

Seit 1979 zählen die ersten Tage im neuen Jahr zu den Sternstunden des JSO. "Was wir hier in fünf Tagen erarbeiten, würde mit den wöchentlichen Proben in Hannover ein viertel Jahr erfordern", bemerkt Meike Sörensen aus dem Vorstand. Die konzentrierte Probenarbeit in der Jugendbildungsstätte wirke sich positiv auf das Zusammenspiel der Musiker aus, bestätigt der Vorsitzende des immer jungen Orchesters, Tim Köstler. Einige Orchestermitglieder kamen bereits als Schüler dazu und sind heute als Studenten immer noch dabei. In diesem Jahr feiert das JSO sein 40-jähriges Bestehen; zu den Feiern luden die Gäste aus Hannover die Osterholzer für den 9. Juni nach Hannover ein."

Osterholzer Kreisblatt, 08.01.2001
  

 

"Charmanter Schwung"

12. Open-Air-Konzert der Chopin-Gesellschaft: Bizet "Carmen"-Suite, David Posaunenkonzert, Rachmaninov 2. Klavierkonzert

"Mensch, Natur, Musik - ein plagiatverdächtiges Motto für eine Veranstaltung, an deren Originalität doch kein Zweifel bestehen kann. Das zwölfte Open-Air-Konzert der Chopin-Gesellschaft lockte gestern bei fast ungetrübtem Sonnenschein etwa 5000 Besucher mit Kind und Kegel in den Georgengarten.

Mit charmantem Schwung gab das JSO Hannover mit einer "Carmen"-Suite von Georges Bizet einen Einblick in eine spanische Liebestragödie, während auf dem Rasen diskret die Sektgläser klirrten. Anschließend stellte der junge Posaunist Andreas Klein den völlig unbekannten romantischen Komponisten Ferdinand David und dessen Concertino Es-Dur vor: Ein nicht zu kompliziertes, aber wirkungsvolles Posaunenkonzert. Vor allem der magische Mittelsatz fügte sich atmosphärisch sehr ansprechend in die Landschaft vor dem Wilhelm-Busch-Museum.

Zum Abschluß gab es auf Hannovers bürgerlichstem Open-Air-Fest dann sehr nahrhafte Virtuosenkost: Der armenische Pianist Sergei Babayan servierte Rachmaninovs 2. Klavierkonzert mit weit ausholender Geste. Schillernde Tongirlanden und kräftige Bässe umgaben eine halbe Stunde melodieerfüllter Freiluftklänge, die das Publikum begeisterten."
 

Hannoversche Allgemeine Zeitung, 28.8.2000

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