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Wir über uns

Das Junge Sinfonieorchester Hannover spielt seit über 50 Jahren eine herausragende Rolle innerhalb des hannoverschen Kulturlebens; es setzt sich zusammen aus Studierenden, jungen Berufstätigen, Schülerinnen und Schülern. Einen Großteil bilden hierbei Studierende unterschiedlicher Studiengänge der Hochschule für Musik, Theater & Medien Hannover. Die Leitung liegt traditionell in den Händen von Professoren bzw. Dozenten der Musikhochschule, sodass vielfältige Kooperationen stattfinden. Aufgrund dieser spezifischen Zusammensetzung behauptet das JSO seinen Ruf als „semiprofessionelles“ Ensemble von herausragendem musikalischen Niveau.

Zum Repertoire des Orchesters gehören in erster Linie große sinfonische Werke des 19. und 20. Jahrhunderts; so bildeten zuletzt Sinfonien von Mahler, Bruckner, Brahms, Tschaikowsky, Dvořák, Sibelius, Martinů und Prokofjew einen wesentlichen Bestandteil der Konzertprogramme (siehe Konzertarchiv und Hören & Sehen).

Im alljährlichen Open Air Konzert im Georgengarten, das jedes Mal bis zu 5000 Zuhörer anlockt, trifft das Orchester auf Solisten von internationalem Rang und präsentiert sich einer breiten Öffentlichkeit.

Daneben werden turnusmäßig zwei Konzertprogramme pro Jahr erarbeitet; während des laufenden Semesters trifft sich das Orchester zu wöchentlichen Proben am Donnerstagabend sowie ein- bis zweimal im Jahr zu Probenfahrten außerhalb Hannovers. Konzertreisen führten das Orchester nach Kenia, Spanien, Italien, Frankreich, Schottland, Österreich und Belgien sowie in die USA.

Das Profil wird ergänzt durch die regelmäßige Ausrichtung von Kinderkonzerten; hier konnte das JSO Hannover einen 2. Bundespreis der Jeunesses musicales Deutschland erringen und inspirierte das Sinfonieorchester des NDR Hannover zu einer Übernahme eines kompletten Konzeptes.

Darüber hinaus richtet das JSO Kompositionswettbewerbe für junge Komponisten aus, für die der international renommierte Dirigent Ingo Metzmacher als Stifter eintritt.

Das Orchester hat traditionell zwei Dirigenten. Es wird seit 1997 von Tobias Rokahr geleitet; zunächst zusammen mit Cornelius Meister und Kerry Jago, seit 2007 im Verbund mit Martin Lill.

Ein Probespiel für neue Mitglieder findet zwei Mal jährlich zu Semesterbeginn statt. Eingeladen ist jede(r), der/die Lust auf Orchesterspiel, effektive Probenarbeit, tolle Konzerterlebnisse und – in jederlei Hinsicht – „gute Stimmung“ hat!

Dirigenten


Tobias Rokahr

geboren 1972, leitet das JSO seit 1997. Er studierte Schulmusik, Dirigieren und Musiktheorie in Hannover und Detmold und war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Von 2003 bis 2009 war er Professor für Musiktheorie an der Universität Mainz und wurde ausgezeichnet für Exzellenz in der Lehre. Von 2009 bis 2013 Professor für Gehörbildung und Tonsatz an der Musikhochschule Leipzig, seit 2013 Professor für Musiktheorie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Daneben arbeitete er als Dozent für Dirigieren an den Musikhochschulen Hannover und Mainz sowie beim Deutschen Musikrat.

Als Komponist und Dirigent liegen eine CD-Produktion beim Label thorofon sowie Rundfunkportraits des NDR und MDR vor. 1996 gewann er den ersten Preis des Kompositionswettbewerbs des Landesmusikrats. Im Jahr 2000 war er Teilnehmer beim Meisterkurs Dirigieren bei Sir Colin Davis. Daneben veröffentlichte er Artikel in Fachzeitschriften zu Themen der Musiktheorie, zur Verbindung von Musik und Bildender Kunst sowie zum Klassenmusizieren.

Mit dem JSO erarbeitete Tobias Rokahr große Werke des klassisch-romantischen Repertoires (Mahler, Bruckner, Brahms, Wagner, Liszt, Tschaikowsky u. v. a.) und konzertiert alljährlich beim großen Open Air Konzert der Chopin Gesellschaft Hannover mit international profilierten Solisten. Er leitete das Orchester auf Auslandstourneen nach Frankreich, Schottland, Griechenland, Belgien, Österreich und Spanien und setzte sich zum Ziel, die hohe Qualität des Orchesters zu erhalten und auszubauen. Als Dirigent arbeitete er in Probe und Konzert mit der Nordwestdeutschen Philharmonie, der Rheinischen Orchesterakademie Mainz, der helios kammerphilharmonie und dem Niedersächsischen Staatsorchester Hannover.

Tobias Rokahr ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen bei Hannover.

Vorstand


Der Vorstand des Jungen Sinfonieorchesters Hannover besteht aus neun Mitgliedern, die sich neben Beruf oder Studium ehrenamtlich für das Orchester engagieren.

Die Geschichte des JSO


Das Junge Sinfonieorchester Hannover wurde 1961 unter dem Namen „Jugendsinfonieochester“ von den Professoren Barbara Koerppen und Heinz Hennig gegründet, um für die Stadt neben dem Knabenchor, dem Mächdchenchor und Ludwig Dietz‘ Bläserkreis ein weiteres jugendliches Ensemble ins Leben zu rufen. Zu den beiden Leitern kam von 1970 bis 1972 noch Herr Prof. Wolf, der besonders die Bläser betreute. Nach über zehn Jahren ging das mit viel Sachverstand und pädagogischem Geschick geleitete Jugendorchester 1974 in die Hände von Elfriede und Hanns Stahmer (beides ehemalige Orchestermitglieder) sowie von Prof. Anton Plate über, die in den folgenden Jahren außerordentlich gut mit dem Orchester gearbeitet und erfolgreiche Auslandsreisen unternommen haben. Anton Plate dirigierte das JSO insgesamt 23 Jahre und hat in dieser Zeit Atmosphäre und Niveau des Orchesters entscheidend geprägt.

Nach dem Ausscheiden des Ehepaares Stahmer 1983 kam Hans Peter Pairott (ebenfalls ehemaliges Mitglied) für zwei Jahre in die musikalische Leitung, bis 1985 Prof. Martin Brauß seine Stelle übernahm. Anfang der 90er Jahre erhielten die beiden Dirigenten Unterstützung von Paul Weigold. 1997 übernahm Tobias Rokahr, damals Student und inzwischen Dozent an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, zunehmend Aufgaben in der Probenarbeit und dem Dirigat von Konzerten.

Im Jahr 1998 verließen die beiden langjährigen Dirigenten Anton Plate und Martin Brauß aus beruflichen Gründen das JSO. Es brachen zwei turbulente Jahre der Neuorientierung, Selbstorganisation und bisher ungekannten Selbständigkeit für das Orchester an. Erstmals in der Geschichte des Orchesters wurde die Nachfolge der Dirigenten im Rahmen eines Probedirigats entschieden – eine für beide Seiten neue und ungewohnte Situation. In dieser schwierigen Zeit der Neufindung brachte Prof. Hilgers seine Erfahrung in die weiterhin erfolgreiche Arbeit des JSO ein.

In dieser Zeit lernte das Orchester, sich auch unabhängig von den Dirigenten selbst zu strukturieren und zu organisieren und übernahm erstmals in seiner Geschichte sämtliche Aufgaben der Organisation und der Selbstverwaltung. Nach dem Ausscheiden Prof. Hilgers übernahmen im Jahr 1999 Tobias Rokahr und Cornelius Meister endgültig das JSO und schufen im Zusammenhang mit der inzwischen stabilen Selbstorganisation des Orchesters gemeinsam eine neue Grundlage der produktiven Zusammenarbeit zwischen Orchester und Dirigenten. So erlangte das Orchester nach langjähriger Leitung durch pädagogisch erfahrene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ein neues Selbstverständnis, ohne hinsichtlich Intensität und Intention der musikalischen Arbeit den festen Boden der eigenen Tradition zu verlassen.

Bei der Gründung im Jahre 1961 sollte in Hannover ein Laienorchester für junge Menschen von 15-25 Jahren geschaffen werden, in dem sie sich gemeinsam sinfonische Werke erarbeiten und trotz aller Unterordnung in eine Gemeinschaft dabei üben könnten, sich musikalisch und menschlich zu entfalten. Auch bis zum heutigen Tag, da es in Hannover für musikbegeisterte Jugendliche mehr Gelegenheiten zum sinfonischen Musizieren gibt als in den Anfangsjahren des JSO, will das JSO die Arbeit der bestehenden Schulorchester und anderer jugendlicher Musikgruppen nicht beeinträchtigen, sondern vielmehr unterstützen. Die führenden Kräfte der Schulorchester, aber auch der Musikhochschule können im JSO zusätzliche Erfahrungen und Anregungen im Zusammenspiel sammeln, die sie weitergeben.

Das JSO war seit jeher nur deswegen zu vielen erfolgreichen Konzerten fähig, weil es aufbauen konnte auf den gründlichen Vorbereitungen und Erfahrungen, die die Spieler im Schulorchester, in der Kammermusikgruppe und bei Instrumentallehrern und Professoren gesammelt hatten. Dass dieses Orchester nunmehr 40 Jahre besteht, ist in erster Linie ein Verdienst der Dirigenten, die mit unvergleichlichem Engagement ihre Freizeit für das Orchester einsetzen.

In diesem Sinne gehört das Orchester fest in den kulturellen Rahmen der Stadt Hannover, der es sich nicht zuletzt der großzügigen finanziellen Unterstützung wegen verbunden fühlt. Neben den regelmäßigen Konzerten in Stadt und Land Hannover wird das JSO häufig von Firmen und Organisationen engagiert, wie z. B. von der hannoverschen Chopin-Gesellschaft für das traditionsreiche jährliche Open-Air-Konzert, oder im März 1999 für den Eröffnungsvortrag des internationalen Akustikerkongresses in der Berliner Philharmonie, als das hauseigene Orchester nicht zur Verfügung stand

Im September 2000 war das JSO als Repräsentant der Stadt Hannover im Rahmen des „Jugendensemble-Treffens der EXPO 2000″ am Kulturprogramm der Weltausstellung in Hannover beteiligt. Zusammen mit dem Jugendsinfonieorchester Ecuador wurden im KonzertHaus der EXPO mehrere Flaneur- und Abendkonzerte gegeben.